[Trigami-Review]
[Update unten: Beitrag wurde aktualisiert]
Meine heutige Rezzession dreht sich um die Website www.studi.biz , nach eigenen Angaben „das erste Big Business Portal für Studenten”.
Wenn man es sich als Reise vorstellt, würde ich so anfangen: Nach dem Start erscheint einem der Kapitän und es riecht leicht nach Brandwein. Die Stewardess richtet ihren Lippenstift und man hat ständig das Gefühl, dass man den falschen Flug erwischt hat. Man will eigentlich wieder gehen, aber man ist sich nicht sicher – ist es doch schön bunt hier drin, und zumindest die Sitze sind bequem.
Man kommt am Zielort an, und weiß eigentlich immer noch nicht so richtig, wo man ist. Wo der Hase lang läuft, sieht man dann aber doch recht schnell: Kaffeefahrt.
Auf studi.biz geht es darum, Geld zu verdienen. Wie kann man das, ohne besondere Fähigkeiten vorzuweisen, besonders schnell? Richtig, wir kassieren einfach ein, zwei Euros dafür, dass wir unsere Daten bei anderen Anbietern angeben und uns anmelden. Oder wir bestellen ein Abo. Die Anbieterkalkulation dürfte dabei in etwa so aussehen: Preis + Provision an den Nutzer = Verkaufspreis. Glückwunsch, Sie haben so eben #Provision# verdient.
Bereits beim ersten Angebot, „HitFlip” finde ich in den AGB`s Folgendes:
„Ich willige ein, dass Hitflip meine personenbezogenen Daten für Hitflip-Marketing-Maßnahmen wie z.B. zur Versendung von E-Mails mit allgemeinen Informationen oder werbendem Charakter (Newsletter) verarbeitet und nutzt. Ich nehme zur Kenntnis, dass ich jederzeit die Möglichkeit habe, diese Informationen abzubestellen.”
Wenn man heute davon hört, man könnte auf einer Internetseite „Geld verdienen”, traut man der Sache erstmal nicht. Ich bin mir sicher, dass man bei studi.biz wirklich Plus machen kann, keine Frage. Aber will man sich denn bei x-beliebigen Anbietern anmelden, für 2 €, und so seine Daten ins Netz streuen? Wenn man so hausieren geht (das Netz schluckt ja eh schon alles, was es bekommt, es gibt an sich für die Privatperson keinen Bedarf, es auch noch zu füttern) muss man sich über anschließenden Spam, über viele nervige Angebote, die man nicht will und nicht gebrauchen kann, nicht wundern.
Das Konzept der Seite gefiel mir, als ich hörte, es geht darum, ein Business Portal für Studenten aufzubauen. Ich verstand darunter aber eher ein OpenBC (nicht als Social Network) für die junge, aufstrebende Akademikergeneration. „Positive Synergieeffekte” und Vernetzung, Knüpfen von Kontakten im Bezug aufs Geld verdienen, wegen mir mit Premium Dienstleistungen, die kostenpflichtig sind. Stellenbörse, Wissensaustausch … sowas fänd ich interessant. Freelancer könnten vermittelt werden, viele kleine Firmen suchen nach einem Marketer, Programmierer, Webber, der eben noch nicht in der großen Agentur war, sondern grad aus dem Studium kommt.
Aber so wie es jetzt ist, mag ich es nicht.
Die Seite ist zweifellos „schön gemacht”. Man wird direkt mit einem Flash-Video begrüßt, in dem 2 sehr lustige Menschen einen kurzen Sketch aufführen. Emotionale Erlebniswelt, wie liebe ich deinen Schein. Alles gestaltet sich ganz im Web 2.0 Gewand, modern und bunt, „schaurig quietschig schön”.
Was mir in dieser Inszenierung fehlt, ist die Seriösität. Hey, meine Daten sind sensibel – und es wirkt auf mich eher abschreckend wenn 2 Blödel in nem Video darüber rumwitzeln. Gefällt mir gar nicht. Nicht für dieses Thema.
Wenn ich hier wen loben soll, dann den Webdesigner: Die Seite sieht toll aus. Richtig schön. Nur für das Thema eher ungeeignet.
Gegen die Seite an sich will ich garnichts sagen. Die Betreiber schlagen einen ehrlichen Ton an, und ich denke das es durchaus auch Anklang finden wird; sogar bereits findet.
Meine Daten jedoch bleiben bei mir.
Update: Nach einem Gespräch mit dem Betreiber habe ich mir die Seite noch einmal angeschaut und möchte nachträglich noch etwas über die sogenannte Academy erzählen:
Das Ziel (so wie ich es verstand) ist es Studenten die Möglichkeit zu geben mit der Création von eigenen Videos, bzw. durch eigene Idee und den Drang dazu diese auch zu äußern einen Gewinn zu erzielen. Das gefällt mir persönlich gut
Ich hab außerdem die Laptop Werbung außer Acht gelassen. Man mag mir verzeihen, ich habe ein Sony Vaio Notebook und alleine für das Design bestimmt 200€ draufbezahlt. Wenn ich nur Aufkleber höre ist es schon vorbei
Die Laptop Werbung ist aber für Studenten wirklich sinnvoll.
Ihr bekommt einen Aufkleber zugeschickt. Diesen klebt ihr auf die Rückseite eures Notebooks.
1. Könnt ihr so, bei einer Kampagnenlaufzeit von nehmen wir an 3 Monaten, und einer Vergütung von 30€ pro Monat (Beide Werte sind realistisch, laut Telefongespräch) wirklich Geld verdienen.
2. Werden euch Kommilitoninnen / Kommilitonen darauf ansprechen
und 3. Habt ihr so auch die Kohle um diese mal auszuführen. Alles was der Vermehrung dient ist biologisch und (eventuell) auch finanziell sinnvoll.
Insgesamt kann ich nach dem Gespräch sagen das ich vom Unternehmen einen sehr positiven Eindruck habe. Verschiedene Ideen gefallen mir, verschiedene nicht. Geschmackssache … es lohnt sich auf jeden Fall mal vorbeizuschauen.
Hier noch die aktuelle Aktion: